Klimawandel
Der anthropogene Treibhauseffekt
Der Klimawandel wird durch den vom Menschen verstärkten Treibhauseffekt verursacht. Der Treibhauseffekt ist erst einmal ein natürliches Phänomen: durch die Sonnenstrahlen wird die Erdoberfläche erwärmt. Die Wärmestrahlung, die von der Erde abgestrahlt wird, wird durch Wasserdampf und klimawirksame Gase (so genannte Treibhausgase) in der Atmosphäre teilweise zurückgehalten. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei gerade einmal minus 18°C. Durch menschliche Aktivitäten gelangen jedoch verstärkt Treibhausgase in die Atmosphäre. Dadurch wird mehr Wärmestrahlung zurückgehalten, so dass es zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen kommt. Dies wird als zusätzlicher, oder auch anthropogener Treibhauseffekt bezeichnet. Die globale Durchschnittstemperatur ist seit 1850 um 0,76°C gestiegen, mit sich beschleunigender Tendenz in den letzten Jahren. Das klingt nicht viel, die Folgen des Temperaturanstiegs sind jedoch bereits jetzt spürbar.
Ursachen
Das Klima kann sich zwar auch durch natürliche Ursachen verändern, wie z.B. Veränderungen der Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche oder natürliche Schwankungen des Klimasystems selbst. Die aktuelle Erwärmung lässt sich jedoch durch natürliche Ursachen nicht mehr erklären. Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass die Erwärmung auf die zunehmende Konzentrationen der durch menschliche Aktivitäten verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre zurückzuführen ist.
Die wichtigsten Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Stickoxid. Kohlendioxid entsteht durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern (Öl, Gas, Kohle), z.B. in Kohlekraftwerken bei der Erzeugung von Energie, oder beim Autofahren. Methan und Stickoxid entstehen hauptsächlich in der Landwirtschaft. Seit 1750 (vor der industriellen Revolution) ist der Gehalt an Kohlendioxid in der Atmosphäre um 35 Prozent gestiegen, der Gehalt an Methan sogar noch stärker.
Rund 78 Prozent des CO2 entstehen bei der Nutzung fossiler Brennstoffe, 22 Prozent durch Landnutzungsänderungen, wie z.B. Entwaldung. Für den Ausstoß der Treibhausgase sind hauptsächlich die Industrieländer verantwortlich.
Folgen
Ohne Klimaschutzmaßnahmen wird bis zum Jahr 2100 eine globale Erwärmung von 1,8 bis 4°C vorausgesagt (in pessimistischen Szenarien sogar bis 6,4°C). Selbst bei gleich bleibenden Emissionen auf dem Stand von 2000 ist bis 2100 ein Temperaturanstieg um weitere 0,6 Grad Celsius zu erwarten.
Die Folgen des anthropogenen Treibhauseffekts sind erheblich: weltweit schmelzen Gebirgsgletscher und Eiskappen und führen so zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Der Meeresspiegelanstieg bedroht niedrig gelegene Siedlungsräume z.B. in Norddeutschland oder in den dicht besiedelten Fluss-Deltas in Asien und Afrika. Außerdem lässt sich bereits jetzt eine Zunahme von extremen Wetterextremen beobachten. Die Klimaforscher befürchten einen Verlust der Artenvielfalt und Risiken für die Gesundheit, z. B. durch Hitzewellen, Überflutungen und Dürren oder eine stärkere Ausbreitung von bestimmten Krankheitserregern. Durch eine verringerte Pflanzenproduktivität bei höheren Temperaturen steigt in vielen Gebieten die Gefahr von Hungersnöten.
Durch die Folgen des Klimawandels drohen enorme volkswirtschaftliche Kosten. Ein ungebremster Klimawandel stellt außerdem eine ernstzunehmende Bedrohung für die humanitäre Sicherheit dar. Wissenschaftler warnen davor, dass es im Zuge des Klimawandels vermehrt zu Verteilungskonflikten sowie zu Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte kommen kann.
Voraussagen über Auswirkungen auf regionaler Ebene sind sehr viel schwieriger als Aussagen über die globale Durchschnittstemperatur, da das regionale Klima von komplexen und schwer berechenbaren Prozessen abhängt. Szenarien des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zeigen, dass die Temperaturen in Deutschland bis 2100 um 2,5 bis 3,5 °C steigen könnten. Nach bisherigen Einschätzungen wird Deutschland hauptsächlich durch den Meeresspiegelanstieg, Extremwettersituationen, die Gletscherschmelze und Hochwasser an Flüssen betroffen sein. Erste Anzeichen für Veränderungen sind z.B. die Hitzewellen in den Sommern 2003 und 2006.
Lösungen
Der Klimawandel ist eine ernstzunehmende Bedrohung für die gesamte Welt. Es ist jedoch noch nicht zu spät: wenn wir es schaffen, die Erderwärmung auf höchstens 2°C zu begrenzen, wird aus dem Klimawandel keine Klimakatastrophe. Doch dazu müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 weltweit um die Hälfte reduziert werden. Als Hauptverursacher des Klimawandels müssen die Industrieländer den größten Anteil der Treibhausgasreduktion übernehmen. Für sie wird eine Reduktion von 80 bis 95 % bis 2050 gegenüber 1990 als erforderlich angesehen. Wesentliche Säulen sind dabei der Umstieg auf erneuerbare Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz.
Bei der Bekämpfung des Klimawandels müssen alle handeln - Regierungen, Unternehmen und jeder Einzelne. Tiefgreifende Veränderungen bei der Stromerzeugung, beim Wohnen, im Verkehr und im Alltagsverhalten sind nötig. Wie Sie dazu beitragen können, das Klima zu schützen, finden Sie hier.
Neben der Reduzierung der Treibhausgasemissionen zur Begrenzung des Klimawandels müssen wir uns auch an die bereits auftretenden Veränderungen anpassen. Dabei müssen die Industrieländer die Entwicklungsländer, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind, unterstützen.





